Eine Ballonfahrt in Warstein – Der Tag, an dem andere heiraten

Dass eine Ballonfahrt sehr von den Elementen abhängig ist, davon hatte ich im Vorfeld gehört. Dass ein Ballon aber nur eine Starterlaubnis bekommt, wenn die Windgeschwindigkeit am Boden kleiner als 8 km/h ist, war mir fremd. Warum? Ja, das sollten wir an diesem Tage noch erfahren!

Als wir uns mit unserer Gruppe, bestehend aus Kunden aus Iserlohn, Gevelsberg und Paderborn, bei alkoholfreien Getränken auf die bevorstehende Fahrt vorbereiteten, erzählte uns unser Pilot Klaus etwas über die Ballonfahrt. Zum Beispiel, welche Kräfte der Wind auf einen am Boden liegenden Ballon bewirkt. "Und wenn der Wind ihn packt, zieht er den Ballon samt Jeep + Hänger, mit angezogener Handbremse, mühelos über Feld oder Wiese, den hält dann nichts ... "

Draus wehte es heftig. Und einige Gesichter nahmen eine etwas andere Farbe an - worauf haben wir uns denn da nur eingelassen? Die alkoholfreien Getränke wurden nun durch ein ordentliches Warsteiner-Pils ersetzt - ein bisschen Mut antrinken schadet doch nichts?! Und bald darauf ging es los. Alle Passagiere mussten mit anfassen - ob Männlein oder Weiblein - alle waren sehr tüchtig!

Die Ballonhülle wurde von Hänger gehievt, auf dem Boden ausgebreitet - ein leeres Monster von 29 Meter Länge lag da vor uns und wartete darauf, mit Luft gefüllt zu werden. Zwei ordentliche Ventilatoren mussten her.

Bilder-Galerie

Klicken Sie auf ein Bild um die Galerie zu starten

Vier Mitfahrer hielten die Ballonhülle auf. Langsam, ganz langsam nahm das Monstrum die Luft in der Hülle auf, legte sich nach rechts, legte sich nach links. Hallo, waren denn nicht mehr als 8 kn/h Wind am Boden? Wir nahmen es nicht wahr, unser Ballon scheinbar schon! Der Korb wurde zwischenzeitlich vom Hänger genommen und auf die Position gebracht. Sauschwer das Ding und für alle, die eine Fahrt noch vor sich haben: passt dabei auf, wo Eure Füße sind!

Nach gut 20 Minuten war unser Ballon nun gefüllt, der Korb inzwischen befestigt. Das Kommando unseres Piloten Klaus folgte lauthals – „flux in den Korb!“ (Unser Kommunikationschef und die "gute Seele der Ballonfahrten", Erich Clef-Prahm, hatte im Vorfeld das Gewicht der Passagiere hinterfragt - wenn mehrere Personen an die 150 kg. Körpergewicht hätten, möchten wir das doch bitte melden …). Ich fragte mich trotz der Hektik, wie eine 150 kg. schwere, unsportliche Person in nullkommanix in den Korb gelangen sollte? (Und später wieder heraus, ein noch schwierigerer Akt - wie sich herausstellen sollte!)

Wir standen nun in unserem Korb - Hektik trat auf! Das Hauptsicherungsseil hatte sich mit dem Notsicherungsseil verschlungen! Obwohl Klaus als  alter Hase an die 3.000 Ballon-Starts durchgeführt hatte, war ihm eine Anspannung anzusehen - meinten wir jedenfalls!

Unser Korb, schon einige Meter über dem Boden, hing mit den Seilen noch an der Winde des Jeeps - der auch schon leicht über die Wiese gezogen wurde - wirklich! Hektik trat auch am Boden auf – „Start abbrechen - Start abbrechen“ riefen die für den Start Zuständigen. Der Jeep stand mit der Vorderachse schon etwa 50 cm über dem Boden! Daraufhin ließ Klaus das daumendicke Seil einfach kappen - und schwuppdiwupp - waren wir in der Luft.

Normalerweise steigt ein Ballon nach dem Start 3 - 4 Meter pro Sekunde - wir hatten das Gefühl, doppelt so schnell zu steigen, was wahrscheinlich auch so war. Nach nur kurzer Zeit hatten wir eine Höhe von 1.200 Meter über N.N. - alle Ballons unter - kein Ballon über uns! Wir meinten, genug Höhe zu haben.

Später hörten wir, dass unser Lumi-Ballon an diesem Tage der letzte war, der in die Luft gegangen war, die anderen wegen des Windes nicht mehr startet konnten.

Die Aufregung stand uns allen in den Gesichtern - nur Klaus nicht! Die Anspannung dauerte aber nicht allzu lang. Wir fuhren über die Höhen des Sauerlandes und alle Mitfahrer sahen die Schäden, die der Sturm Kyrill (damals im Januar 2007) angerichtet hatte und die immer noch sichtbar waren, in vollem Umfang aus der Luft. Das lautlose Dahin-Gleiten, die absolute Stille, die Ortschaften - klein wie Lego-Häuser - waren Genuss pur! Ballone unter uns, Ballone über uns, seitwärts, wohin man schaute, ein buntes Spektakel von Heißluftballone - prächtig an zu schauen !

Die Fahrt verlief ganz ruhig, ohne Windschneisen etc. und wir konnten genießen - für alle Mitfahrer war es das erste Mal - ooh, sieh - daaa - seht dort, ist das nicht schön, wunderbar! So verging die Zeit wie im Fluge - pardon" wie in der Fahrt". Die ersten Ballone setzen zur Landung an - ach ja, das steht uns auch noch bevor, die Spannung und der Adrenalinspiegel stiegen wieder! Rechts unten landete ein Ballon. Der Korb um 60 Grad geneigt, wurde vom Ballon mitgeschleift – 10 - 20 Meter, aus der Höhe nicht wirklich abzuschätzen. Linker Hand unter uns landete ein Ballon an einem abfallenden Hang - der Korb lag auf der Seite, die Leute krabbelten in Eile daraus - oh, oh, oh!

Klaus aber beruhigte uns - keine Bange, auf solch einem Hang bringe ich euch ganz bestimmt nicht runter ... Und er behielt Recht. Er brachte uns auf einer ebenerdigen Wiese runter - der Ballon setzte auf, hob noch einmal ein-zwei Meter auf, setzte wieder auf und stand. Wir waren heilfroh - eine wirklich perfekte Landung, die Klaus hingelegt hatte! Klatschen. Danke Klaus! 2 Mann raus aus dem Korb - Ballon am Seil sichern, damit er sich nicht mit der verbliebenen Luft aufrichten konnte (da muss man ordentlich zupacken!)

29 Meter Ballonhülle von der restlichen Luft befreien und zusammenlegen, nicht rollen ! – eine schweißtreibende Sache - aber für 16 Hände nur rund 25 Minuten. Ballon verstauen, den sau schweren Korb wieder auf den Hänger hieven und ab zur Ballontaufe! Klaus war nett zu uns und erließ uns ihm Rahmen der Ballontaufe das sonst übliche "Haare-anflämmen" - dafür gab es eine ordentliche Sektdusche! Dann die Rückfahrt im Jeep zum etwa 15 Kilometer entfernten Startplatz - alle waren sich einig - das war + bleibt ein unvergessenes Erlebnis. Und trotz der Startschwierigkeiten wird es für 7 der 8 Personen nicht die letzte Ballonfahrt gewesen sein.

Danke Papier Union. Danke Lumi -  für dieses Erlebnis! Danke auch an den zentralen Kooridnator für den Ballon, Erich Clef-Prahm,  für die gute Organisation - schade nur, dass er so wenig Einfluss bei "Petrus" hat. Denn eine Ballonfahrt wird auch in Zukunft von den Elementen abhängig bleiben.

Übrigens: am 9.9.09 hat wirklich ein Paar im Ballonkorb im Warstein geheiratet: Mehr darüber auf der Website des Ballonfestivals www.warsteiner-wim.de.

12./13. Mai
Hafengeburtstag Hamburg

18./19. Mai
Fliegerfest Kornwestheim

8. - 10. Juni
3. Ballonfestival Bonn

27. - 29. Juli
18. Balloonfiesta Leipzig

16. - 18. August
BallonMagie Magdeburg